Morasko und Nordheim im Kreis Posen Ost

Aktueller Beitrag vom 10.6.2019

Morasko, war ein kleines  Rittergut in der Provinz Posen das dem Kreis Posen-Ost angehörte. Um die Jahrhundertwende hatte das Gut knapp 300 Einwohner die sich allesamt von der Landwirtschaft ernährten.

 

Postalisch wurde das Gut von der im Nachbarort befindlichen Postagentur Winiary versorgt, erst im Jahre 1908 erhielt Morasko eine eigene Postagentur die mit einem KOS ausgestattet wurde. Ein KOS der aktuell zu den seltensten überhaupt zählt, mir ist in all den Jahren in denen ich die KOS bearbeite nur dieser eine Abschlag vom 1.6.1908 auf Marke unter gekommen. 

 

Warum der Stempel so selten ist erklärt sich zum einen an der Größe und der Einwohnerzahl des Gutes, aber maßgeblich auch daran das bereits am 21.12.1908 eine Umwandlung des Gutsbezirkes Morasko in die Gemeinde Nordheim in Posen erfolgte.

Auch hier führte man, mit der Eröffnung der Postagentur im Jahre 1909, einen KOS ein, dieser lag mir immerhin 2x auf Marke vor und zwar vom 21.9.1913 und 27.2.1914.

 

 

Aber Morasko hat doch noch etwas zu bieten, auch wenn es heute nur ein paar Löcher im Boden sind. Der Meteorit "Morasko" wurde am 12. November 1914 –kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges – in der Nähe der Erhebung des Morasko, der höchsten  Anhöhe in der Woiwodschaft (154 m über dem Meeresspiegel). etwa 10 km nördlich von Posen (heute Poznań in Polen) entdeckt.

 

Beim Ausheben einer Geschützstellung stieß ein deutscher Unteroffizier etwa einen halben Meter unter der Erdoberfläche auf einen Metallklumpen mit einem Gewicht von 77,5 kg. Eine in Berlin analysierte Probe zeigte, dass es sich um meteoritisches Material mit einem Eisengehalt von 92 % handelte. Der Einschlag hat wahrscheinlich vor 5.000 Jahren stattgefunden. Damals raste ein massiver Himmelskörper über das heutige Polen hinweg, verdampfte zum größten Teil und wurde stark abgebremst. Ein ca. 200 t schweres Reststück zerbarst in geringer Höhe über dem Erdboden in einer großen Druckwelle. Die Bruchstücke schlugen dann mit einer Restgeschwindigkeit von 11.000 bis 18.000 km/h auf der Erdoberfläche ein.

 

Zeitungsüberweisung 1924

Aktueller Gastbeitrag vom 31.3.2019

Die Anzahl der Kreisobersegmentstempel, welche nur im Innendienst eingesetzt wurden, ist überschaubar. Umso mehr freut sich der Sammler, wenn er an einen solchen auf seltenem Beleg gelangt und der Stempel noch dazu in 2 verschiedenen Einstellungen auftritt.

 

Zeitungssachen und Zeitungsüberweisungen gehören zu den seltenen Belegarten. Die entsprechenden Arbeitsschritte wurden nur im Innendienst abgearbeitet, die Belege fielen nach einer gewissen Lagerfrist der Vernichtung anheim.

 

Herr Adolf Lämle aus Feuerbach bat am 28.7.1924 um Änderung der Bezugsadresse für das Berliner Tageblatt (so dürfte die Zeitung richtig heißen) nach Schönmünzach ab dem 1.8.1924. Das Postamt Feuerbach sandte das Formular an das zuständige Postzeitungsamt Berlin, welches den Eingang mittels Kreisobersegmentstempel am 29.7.1924 nachmittags dokumentierte.

 

Als Gebühr wurden 50 Rentenpfennig berechnet, wofür eine Mi 342 P verklebt wurde.

Am 12.8.1924 verlangte Herr Lämle auf dem Postamt Schönmünzach die Rücküberweisung des Zeitungsbezuges an seine alte Adresse in Feuerbach, in diesem Falle wurde die Gebühr nicht nochmals berechnet.

 

Das Postzeitungsamt Berlin brachte den Eingangs- und Bearbeitungsstempel vom 15.8.1924 vormittags an.

 

 

Rückseitig sind alle Arbeitsschritte genauestens dokumentiert:

 

 

Das Berliner Tageblatt aus dem Verlag Rudolf Mosse war eine überregionale linksliberale Tageszeitung und die auflagenstärkste Zeitung im Deutschen Kaiserreich- kein Wunder also dass diese auch im fernen Württemberg gelesen wurde.

 

Ich bedanke mich recht herzlich für den erneuten Gastbeitrag bei Michael Grätz, Berlin.

Götzenbrück in Lothringen in Verbindung mit Warschauer Stadtpost

Aktueller Beitrag vom 10.2.2019

Götzenbrück, lothringisch Getzebrikk ist eine Gemeinde im Reichsland Lothringen im Kreis Saargemünd und gehörte dem Kanton Bitsch an. Um die Jahrhundertwende hatte der Ort knapp 800 Bewohner die überwiegend von der Glasindustrie lebten, u.a. durch Herstellung von Kristalluhren und hochwertigen Brillengläsern.

 

Obwohl ein kleiner Ort war das Postwesen recht rege, es begann am 28.10.1870 mit einer Postexpedition II aus der 1871 eine Postexpedition wurde. 1876 wurde selbige in ein Postamt III. Klasse gewandelt, zu dieser Zeit befand sich im Ort selbst 1 Postbriefkasten und ein weiterer im Landbestellbezirk. Bereits 1891 wurde das Postamt III. Klasse in eine einfache Postagentur zurückgestuft.

 

Der KOS GÖTZENBRÜCK (LOTHR.) * * ist derzeit ab dem 28.10.1903 bekannt, das derzeit letzte bekannte Verwendungsdatum ist der 1.8.1920

 

 

Postkarte von Götzenbrück in das besetzte Warschau vom 11.10.1916, die Karte durchlief die Zensurstelle in Posen und wurde in Warschau mit der Stadtpostmarke, Michel Nr.10, frankiert.

 

Die Reichspost stellte im besetzten Warschau die Postsendungen nicht selbst zu, dies übernahm in Warschau nach Absprache mit der Reichspost die Stadtpost.

 

Anfallende Zustellgebühren mussten vom Empfänger beglichen werden. Der Bestelldienst in Warschau wurde am 23.9.1915 um 17 Uhr aufgenommen und erweiterte sich bereits am 21.10.1915 zum regulären Stadtpostdienst.

 

Die Verbindung KOS mit Stadtpost Warschau dürfte so oft nicht vorkommen, ich kenne bis dato keinen weiteren Beleg dieser Art.