Kneuttingen-Hütte in Lothringen

Aktueller Beitrag vom 29.2.2020

Kneuttingen war eine kleine Gemeinde im Reichsland Elsass Lothringen, im Bezirk Lothringen im Kreis Diedenhofen an der Fentsch gelegen. Der Ort hatte um die Jahrhundertwende knapp 1200 Einwohner was sicherlich mit dem seit dem Jahre 1895 in Betrieb befindlichen Hüttenwerk für Erzabbau und der Stahlindustrie Hütte Aumetz Friede zusammen hing. 

 

 

Die erste Postagentur in Kneuttingen wurde 1893 eingerichtet und 1899 wurde daraus bereits ein Postamt III. Klasse. 1914 wurde dies dann in ein Postamt II. Klasse gewandelt das bis zum ende des 1. Weltkrieges bestand hatte.

 

 

Ansichtskarte mit Panoramaansicht von Kneuttingen, zu sehen neben dem Eisenwerk der Ort selbst  wie auch die Arbeitersiedlung und das Wahrzeichen von Kneuttingen, die 260 Meter lange Eisenbahnbrücke über das Fenschtal, das Viaduc de Knutange der Bahnlinie Lille-Thionville.

 

Das Hüttenwerk erhielt am 1.1.1904 eine eigene Postagentur die mit einem KOS KNEUTTINGEN-HÜTTE (LOTHR.) * * ausgestattet wurde. Dieser ist derzeit vom 6.8.1904 bis zum 14.8.1908 bekannt, ein recht seltener Stempel was ich nicht alleine so sehe, denn auch die französische Arbeitsgemeinschaft für Stempel aus dem Elsass und Lothringen, die SPAL bewertet diesen Stempel mit D was selten-Rare bedeutet.

 


 

Der Folgestempel, ein Kreisbrückenstempel mit Segment unten ist der SPAL ab dem 24.7.1909 bekannt, hier mit neuem Frühdatum vom 19.7.1909 auf Postkarte des Hüttenvereins Aumetz-Friede nach Namur in Belgien via Luxemburg.

 

 

Dem Hüttenwerk Aumetz-Friede wurde eine rosige Zukunft vorhergesagt, so schreibt Artur Norden 1912 im Praktischen Handbuch für Kapitalanlagen, in dem es um den Vergleich der Hüttenwerke Oberschlesien, Rheinland und Südwestdeutschland geht......

 

aber es bieten sich doch den Werken im Südwesten Deutschlands nicht ganz so unbequeme Verbindungen mit dem Meere, insbesondere mit den beiden großen Metropolen des Überseehandels, Antwerpen und Rotterdam, die einen für das einzelne Werk oft außerordentlich beträchtlichen Abfluß der Produktion auf den großen Weltmarkt gestatten. Nehmen doch bei Aumetz-Friede allein zwei Drittel der gesamten Erzeugung den Weg ins Ausland. Dabei wird sich die Position dieser Südwestdeutschen Werke in Zukunft noch insofern wesentlich verbessern, als über die projektierte Kanalisierung von Mosel und Saar heute noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, eine solche aber die Vormachtstellung der Südwestdeutschen Eisen= und Stahlindustrie der rheinisch-westfälischen gegenüber noch weit mehr kräftigen muß. Der Südwestdeutschen Eisen= und Stahlindustrie gehört also unstreitig die Zukunft ......

 

Eichhorst- Hubertusstock

Aktueller Beitrag vom 4.1.2020

Ein sogenannter "Handschreiben Umschlag" mit KOS Entwertung, es darf auch einmal etwas selteneres sein.

 

Die Postbeamten waren gehalten die portofreien "Handschreiben" der regierenden Herrscher vor dem Versand zumindest in ein sauberes Blatt Papier einzuschlagen, um es vor einer Beschmutzung beim Transport zu schützen. Zu diesem Zweck wurden wegen des hohen Bedarfs sogar Umschläge gedruckt, diese zu sammeln ergibt eine eigene Sammlung.

 

Aktuell wird eine solche Sammlung am 11. Januar 2020 auf der 195. Rauhut & Kruschel Auktion in 46 Einzellosen versteigert. Ausruf je Umschlag zwischen 400 € und 500 € plus Aufgeld!

 

Auch Auguste Viktoria, die Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen, hatte extra für ihre Handschreiben solche Umschläge gedruckt bekommen. Hier ein Umschlag mit Handschreiben vom Jagdschloß Hubertusstock ins Neue Palais, einem Schloß an der Westseite des Parks Sanssouci in Potsdam, dort war von 1888 bis 1918 der Hauptwohnsitz der Kaiserfamilie.

 

 

Das Jagdschloß Hubertusstock war die offizielle Jagdresidenz des deutschen Staatsoberhauptes in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Wegen seiner repräsentativen Aufgaben bürgerte sich der Begriff Jagdschloß Hubertusstock ein wie man auch auf der Postkarte aus dem Jahre 1921 sehen kann.

 

 

Das Jagdhaus, das sich am Werbellinsee am Rand der Schorfheide, einer Landschaft im Land Brandenburg, befindet, wurde von 1847 bis 1849 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. im bayerischen oder auch im Schweizer Landhausstil zu Ehren seiner Frau, einer Tochter des Königs Maximilian I. von Bayern, erbaut. Ab 1869 wurden regelmäßig hochrangige Gäste eingeladen um mit ihnen Jagden zu veranstalten. 

 

Auszug aus einer Postleitkarte aus dem Jahre 1900, man kann wunderbar sehen welch ein großes Jagdgebiet nördlich von Eichhorst-Hubertusstock lag.

 

Fanden keine Jagden statt konnte  das Gelände von Interessierten Besuchern gegen einen Eintrittspreis von 25 Pfennig besichtigt werden. Zusammen mit dem Wirtschaftsgebäude und den umliegenden Wäldern gehörte das Jagdhaus zu den Preußischen Staatsforsten. Bis zum Sturz der Monarchie 1918 befand sich das Jagdhaus im Besitz der preußischen Herrscherfamilie der Hohenzollern. 

 

Die Postagentur Eichhorst-Hubertusstock wurde laut Unterlagen 1894 eröffnet, der mir derzeit früheste bekannte Abschlag datiert allerdings erst vom 9.10.1895 und ist oben auf dem Handschreibenumschlag zu sehen. Das derzeit letze bekannte Verwendungsdatum des Stempels ist der 4.7.1925, abgelöst wurde der KOS von einem Kreisbrückenstempel.