Eichhorst- Hubertusstock

Aktueller Beitrag vom 4.1.2020

Ein sogenannter "Handschreiben Umschlag" mit KOS Entwertung, es darf auch einmal etwas selteneres sein.

 

Die Postbeamten waren gehalten die portofreien "Handschreiben" der regierenden Herrscher vor dem Versand zumindest in ein sauberes Blatt Papier einzuschlagen, um es vor einer Beschmutzung beim Transport zu schützen. Zu diesem Zweck wurden wegen des hohen Bedarfs sogar Umschläge gedruckt, diese zu sammeln ergibt eine eigene Sammlung.

 

Aktuell wird eine solche Sammlung am 11. Januar 2020 auf der 195. Rauhut & Kruschel Auktion in 46 Einzellosen versteigert. Ausruf je Umschlag zwischen 400 € und 500 € plus Aufgeld!

 

Auch Auguste Viktoria, die Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen, hatte extra für ihre Handschreiben solche Umschläge gedruckt bekommen. Hier ein Umschlag mit Handschreiben vom Jagdschloß Hubertusstock ins Neue Palais, einem Schloß an der Westseite des Parks Sanssouci in Potsdam, dort war von 1888 bis 1918 der Hauptwohnsitz der Kaiserfamilie.

 

 

Das Jagdschloß Hubertusstock war die offizielle Jagdresidenz des deutschen Staatsoberhauptes in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Wegen seiner repräsentativen Aufgaben bürgerte sich der Begriff Jagdschloß Hubertusstock ein wie man auch auf der Postkarte aus dem Jahre 1921 sehen kann.

 

 

Das Jagdhaus, das sich am Werbellinsee am Rand der Schorfheide, einer Landschaft im Land Brandenburg, befindet, wurde von 1847 bis 1849 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. im bayerischen oder auch im Schweizer Landhausstil zu Ehren seiner Frau, einer Tochter des Königs Maximilian I. von Bayern, erbaut. Ab 1869 wurden regelmäßig hochrangige Gäste eingeladen um mit ihnen Jagden zu veranstalten. 

 

Auszug aus einer Postleitkarte aus dem Jahre 1900, man kann wunderbar sehen welch ein großes Jagdgebiet nördlich von Eichhorst-Hubertusstock lag.

 

Fanden keine Jagden statt konnte  das Gelände von Interessierten Besuchern gegen einen Eintrittspreis von 25 Pfennig besichtigt werden. Zusammen mit dem Wirtschaftsgebäude und den umliegenden Wäldern gehörte das Jagdhaus zu den Preußischen Staatsforsten. Bis zum Sturz der Monarchie 1918 befand sich das Jagdhaus im Besitz der preußischen Herrscherfamilie der Hohenzollern. 

 

Die Postagentur Eichhorst-Hubertusstock wurde laut Unterlagen 1894 eröffnet, der mir derzeit früheste bekannte Abschlag datiert allerdings erst vom 9.10.1895 und ist oben auf dem Handschreibenumschlag zu sehen. Das derzeit letze bekannte Verwendungsdatum des Stempels ist der 4.7.1925, abgelöst wurde der KOS von einem Kreisbrückenstempel.